Mappaemundi – von Weltkarten und Weltanschauungen

Julia Mia Stirnemann, Juliamia Grafik, www.juliamia.ch, 2018

Dieses bemerkenswerte Buch ist noch nicht mal auf Perlentaucher.de vorgestellt worden: Die Dissertation von Julia Mia Stirnemann ‘Über Projektionen: Weltkarten und Weltanschauungen – Von der Rekonstruktion zur Dekonstruktion, von der Konvention zur Alternative’, 2018 stellt die Karten der Welt als Projektion der menschlichen Sicht und Vor-Stellungen auf die Welt dar und bringt damit die geometrische Darstellung auf einer Fläche und den psychologischen Begriff des gedanklichen Bildes einer Vorstellung, Erwartung, Illusion eigener Gefühle und Wünsche in Zusammenhang (siehe Bedeutung Punkt [2] und [3] auf https://de.wiktionary.org/wiki/Projektion). Projektion als «Projiezierte Welten» – da scheint die Autorin ‘Die Welt als Wille und Vorstellung’ anhand von spezifischen Aspekten von Karten einprägsam zu erklären. Empfehlung: unbedingt lesenswert, eine spannendes Arbeit und Dissertation, die nicht nur das kartografische Fachpublikum begeistert und auch die Möglichkeit für eigene Experimente bietet.

Verlagsseite/Download/Bestellung: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4611-5/ueber-projektionen-weltkarten-und-weltanschauungen/
Das Buch ist Creative Commons Attribution 4.0 lizensiert und steht als PDF frei zur Verfügung.

Weitere Links, Karten und Dekonstruktionen von Julia Stirnemann:

Verrückte Mathematiker

Für Jahrzehnte wurde Lewis Carrolls Alice im Wunderland mit der gerade aufkommenden Psychoanalyse um Sigmund Freud interpretiert.

Ein Artikel von Melanie Bayley aus dem Jahre 2009 schlägt nun aber vor, die Geschichte hinter dem Autoren-Pseudonym von Mathematiker Charles Dodgson etwas anders zu lesen. Sie schreibt, dass dieser die moderne Zunft seiner Mathematikerkollegen, insbesondere die mit dem neuen Konzept der Komplexen Zahlen und damit der Imaginären Zahl i (i2 = −1) auf die Schippe nehmen wollte:

https://www.newscientist.com/article/mg20427391-600-alices-adventures-in-algebra-wonderland-solved/

Mad Mathematicians

For decades, Lewis Carroll’s Alice’s Adventures in Wonderland was usually interpreted with the upcoming Psychoanalysis of Sigmund Freud et al.

An article written by Melanie Bayley, 2009 suggest, that the author behind the pseudonym Lewis Carroll, mathematician Charles Dodgson had problems with the modern clergy of maths and especially with the up and coming Complex Numbers:

https://www.newscientist.com/article/mg20427391-600-alices-adventures-in-algebra-wonderland-solved/